Die richtige Ernährung des Säuglings im ersten Lebensjahr

Liebe Eltern,

für die gesunde Entwicklung Ihres Babys ist die richtige Ernährung sehr wichtig. Dieses Infoblatt hilft Ihnen dabei und gibt Tipps für das erste Lebensjahr.

Empfehlungen für die ersten 6 Monate

Stillen ist das Beste für Mutter und Kind

In den ersten 4-6 Monaten ist Muttermilch das Beste für Ihr Kind. Andere Getränke oder Lebensmittel sind nicht nötig. Ihr Baby spürt beim Stillen Ruhe, Nähe, Geborgenheit, Wärme und Urvertrauen. Sie schützen auch Ihre eigene Gesundheit. Denn Stillen fördert die Rückbildung der Gebärmutter und beugt einigen Krebsarten vor. Stillen ist besser und praktischer als jedes Fläschchen – und dazu noch viel preiswerter, immer keimfrei und in der richtigen Temperatur.

Die Muttermilch verändert sich im Laufe der Stillzeit. Sie hat immer alle Nährstoffe, die das Kind zum Wachsen und zur Entwicklung des Gehirns braucht. Sie hilft dem Baby bei der Abwehr von Krankheiten und schützt es vor Allergien.

 

  • Stillen Sie Ihr Baby möglichst 6 Monate lang voll. Danach stillen Sie noch zusätzlich zu den Breimahlzeiten, so lange Sie und Ihr Kind das wünschen.
  • An der Brust kann Ihr Kind trinken, so oft es möchte. Zusätzliche Getränke braucht es nicht.
  • Trinken Sie in der Stillzeit keinen Alkohol und rauchen Sie nicht.
  • Von Zitrusfrüchten und blähenden Gerichten (Kohl, Linsen, Zwiebeln) kann Ihr Kind einen wunden Po oder Blähungen bekommen. Probieren Sie aus, was es verträgt.
  • Nehmen Sie täglich eine Tablette mit 100-150 g Jod, damit Ihre Milch genügend von diesem wichtigen Mineralstoff enthält und auch Sie selbst gut versorgt sind.

    Fertige Säuglingsnahrung hat gute Qualität

    Fast jede Mutter kann stillen. Wenn Sie das nicht möchten oder können, geben Sie Ihrem Kind eine Säuglingsnahrung, die man fertig im Geschäft kaufen kann. Alle Produkte im Handel sind unterteilt in folgende Gruppen:

    • PRE – Produkte sind in ihren Inhaltsstoffen der Muttermilch so ähnlich wie möglich. Das Baby kann sie von Geburt an trinken und so oft es Hunger hat. PRE ist die beste Alternative zur Muttermilch.
    • 1 – Produkte sind nur zum Teil der Muttermilch angeglichen und können Zucker enthalten. Sie sind ebenfalls von Geburt an geeignet, dürfen aber nur alle 3-4 Stunden gegeben werden, damit das Kind nicht übergewichtig wird.
    • 2- und 3-Produkte sind Folgenahrungen für ältere Babys. Sie sind sehr reich an Kalorien und können das Baby dick machen, wenn es zuviel davon trinkt. Diese Produkte sind auch für ältere Babys nicht notwendig.
    • HA-Nahrung (= hypoallergen) ist eine Spezialnahrung für Kinder, die aus Allergikerfamilien kommen. Sie sind besonders gefährdet, eine Allergie zu entwickeln. Die Nahrung verringert das Risiko für eine Allergie, schließt es aber nicht völlig aus.
    • Wenn Ihr Kind eine Milchnahrung gut verträgt, verwenden Sie nur diese.
    • Kaufen Sie immer eine fertige Säuglingsnahrung und bereiten Sie die Babymilch nicht selbst zu. Fertigprodukte enthalten alle Nährstoffe für Ihr Kind und sind hygienisch einwandfrei.
    • Geben Sie Ihrem Kind im 1. Lebensjahr keine Ziegen- oder Schafmilch. Auch so genannte „Milch“ aus Pflanzen wie Soja, Reis und Getreide ist nicht geeignet.

    Sauberkeit rund ums Fläschchen

    Kochen Sie Wasser frisch ab und lassen Sie es auf 40°C abkühlen. Sie können auch das Wasser für den ganzen Tag morgens abkochen und gut verschlossen in den Kühlschrank stellen, bis Sie es brauchen.

    Messen Sie das Pulver genau ab, wie es auf der Verpackung steht. Bereiten Sie das Fläschchen immer frisch zu. Waschen Sie Fläschchen, Sauger und Messlöffel aus und kochen Sie alles einmal am Tag 3 Minuten lang in Wasser aus.

    Wenn Ihr Kind krabbelt, brauchen Sie das Fläschchen nicht mehr auszukochen.

    Ernährungsplan für das erste Lebensjahr

    Ernährungsplan

    Der Ernährungsplan zeigt Ihnen, wann Ihr Baby welche Lebensmittel braucht. Jedes ist zu einem bestimmten Zeitpunkt wichtig und liefert die notwendigen Nährstoffe für gutes Gedeihen (Quelle: Forschungsinstitut für Kinderernährung, Dortmund).

    Ernährungsempfehlungen für das 2. Lebenshalbjahr

    Frühestens ab Anfang des 5. Monats, spätestens ab dem 7. Monat braucht Ihr Kind zusätzlich zur Milch den ersten Brei, damit es genügend Energie und Nährstoffe zum Wachsen bekommt und satt wird. In jedem Monat wird eine Milchmahlzeit durch einen Brei ersetzt. Kochen Sie den Brei nach den Grundrezepten auf der nächsten Seite selbst. Fertige Breie aus dem Geschäft sollen ähnlich zusammengesetzt sein und nur wenige Zutaten haben. Schauen Sie auf dem Etikett in der Zutatenliste nach.

    Beginnen Sie mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Hat sich Ihr Kind daran gewöhnt, folgen nach einem Monat der Vollmilch-Getreide-Brei am Abend und etwa einen Monat später der Getreide-Obst-Brei am Nachmittag. Während des ganzen ersten Lebensjahres können Sie Ihr Kind morgens weiter stillen oder ein Fläschchen geben. Zusätzlich braucht es 2 bis 3 Gläser Flüssigkeit, am besten abgekochtes, lauwarmes Leitungswasser, Mineralwasser oder ungesüßten Tee. Geben Sie Ihrem Kind keine Säfte oder gesüßte Getränke. Sie schädigen die Zähne und können zu Übergewicht führen.

    Das Essen mit dem Löffel und der Geschmack von Brei sind für Ihr Kind neu. Es muss sich erst daran gewöhnen. Füttern Sie mit viel Liebe, Ruhe und Geduld.

    Mitessen am Familientisch 10. bis 12. Monat

    Etwa ab dem 10. Monat kann Ihr Kind selbst essen, am besten zusammen mit der ganzen Familie. Das fördert seine Entwicklung. Es lernt gutes Essverhalten und das Miteinander. Lassen Sie Ihr Kind neue Lebensmittel probieren, aber bieten Sie nicht zu viele verschiedene Produkte auf einmal an. Spezielle teure Kinderlebensmittel braucht Ihr Kind nicht, auch Süßigkeiten sind in diesem Alter unnötig. Würzen Sie das Essen nur wenig und verwenden Sie Zucker und Fett in kleinen Mengen. Gesunde Kleinkinder müssen nicht rund sein!

    Die neuen „Trink-Mahlzeiten“ oder „Guten-Morgen-” bzw. „Guten-Abend”-Fläschchen
    sind für Ihr Kind nicht geeignet. Sie enthalten zu viel Zucker und Kalorien.

    Wie kann ich mein Kind vor Allergien schützen?

    6 Monate nur stillen

    Für allergiegefährdete Babys ist die Muttermilch besonders gut und wichtig. Stillen Sie bis Ende des 6. Monats und füttern Sie nichts dazu. Wenn das nicht geht, verwenden Sie hypoallergene Säuglingsnahrung (Abkürzung: HA-Nahrung).

    Wenn der Arzt bei Ihrem Kind eine Allergie gegen Kuhmilcheiweiß feststellt, müssen Sie eine Spezialnahrung kaufen. Ihr Arzt wird Sie beraten.

    Brei erst ab dem 7. Lebensmonat

    Geben Sie Ihrem Kind zu Anfang nur wenige verschiedene Lebensmittel und lassen Sie immer einige Tage vergehen, bevor Sie etwas Neues ausprobieren. Reagiert Ihr Kind allergisch auf ein Lebensmittel, so füttern Sie dieses nicht wieder. Am Ende des ersten Lebensjahrs darf das Kind immer mehr Lebensmittel ausprobieren. Verzichten Sie bis Ende des 2. Lebensjahres auf Nüsse, Erdnüsse, Hühnerei und Fisch. Sie lösen bei kleinen Kindern recht oft eine Allergie aus.

    Grundrezepte für Babys Brei

    Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

    (für 1 Portion)
    Zutaten:

    100 g Gemüse (Karotte, Kürbis, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Kohlrabi, Fenchel)

    1 kleine Kartoffel (50-60 g)

    20-30 g fein geschnittenes mageres Fleisch

    1 Esslöffel Öl

    3-4 Esslöffel Obstsaft oder Obstpüree

    Die kleingeschnittenen Zutaten in wenig Wasser im geschlossenen Topf weich dünsten, ein bisschen abkühlen und Obstsaft und Öl hinein rühren. Für einen Mittagsbrei ohne Fleisch geben Sie stattdessen 10 g Vollkorn-Haferflocken oder Hirseflocken zu und kochen sie in den letzten 5 Minuten mit dem Gemüse.

    Der Mittagsbrei lässt sich gut auf Vorrat zubereiten und in kleinen Portionen einfrieren. Tauen das Essen kurz vor dem Füttern auf und geben Obst und Öl nach dem Aufwärmen zu.

    Vollmilch-Getreide-Brei

    (für 1 Portion)
    Zutaten:
    200 ml Vollmilch oder Muttermilch oder fertige Säuglingsnahrung

    20 g Getreideflocken (Vollkorn)

    20 g Obstsaft oder Obstpüree (z.B. Apfel, Birne)

    Geben Sie die Getreideflocken in die kalte Milch, kochen Sie die Mischung unter Rühren auf und lassen alles bei schwacher Hitze 3-5 Minuten weiter quellen. Muttermilch nur erwärmen, nicht kochen. Zum Schluss Obstsaft oder Obstpüree zugeben.

    Getreide-Obst-Brei

    (für 1 Portion)
    Zutaten:
    90 ml Wasser

    20 g Getreideflocken (Vollkorn)

    100 g Obst (z.B. Apfel, Birne)

    1 Teelöffel (5 g) Butter oder Öl

    Vollkornflocken in kaltes Wasser geben, aufkochen und 3-5 Minuten quellen lassen. Das pürierte oder fein geraspelte Obstmus und Öl oder Butter zugeben.

    Tipps zum Selberkochen

    • Verwenden Sie frisches Gemüse oder Obst der Saison. Tiefkühlprodukte ohne Gewürze und Salz sind auch geeignet.
    • Bevorzugen Sie Produkte mit dem Bio-Siegel. Sie enthalten weniger Schadstoffe.
    • Dünsten Sie die Lebensmittel mit wenig Wasser und geschlossenem Deckel bei niedriger Hitze. Das erhält die Nährstoffe am besten.
    • Kochen Sie größere Mengen und frieren Sie kleine Portionen ein. Das spart Zeit.
    • Verzichten Sie auf Salz. Ihr Kind soll den Geschmack der Speisen kennen lernen.
    • Wärmen Sie Breireste nicht noch einmal auf. Bakterien können sich darin leicht vermehren.

 

 

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